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Cuxhaven

Freitag, 19. Oktober – von Glückstadt nach Cuxhaven, 29 sm

Auch heute geht es kurz vor 10 Uhr los. Die Gezeiten sind gnädig mit mir, kein frühes Aufstehen und auch kein Fahren in der Dunkelheit am Abend sind notwendig. Im Außenhafen haben schon ein paar Segler ihre Boote zum Verholen in den Innenhafen und die Winterlagerhalle klargemacht. Sie warten nun auf die Öffnung der Schleuse. Der Himmel ist blau und wolkenlos. Es ist kalt und ich ziehe mir als Schutz gegen den kalten Fahrtwind das Ölzeug an.

10.45 Uhr. Fenris legt ab und zieht eine Bahn in das spiegelglatte Hafenwasser. Vor der Elbinsel Rhinplatte ist kein Schiff weit und breit zu sehen. Eine Elbfähre liegt weiter nördlich an ihrem Anleger und nimmt einen Teil der in langer Schlange auf der Straße stehenden Fahrzeuge auf. Mit schäumender Bugwelle kommt eine weitere Fähre von der Elbe durch die noch weit entfernte nördliche Einfahrt. Bald ist sie in der Nähe des Fahranlegers und läßt sich nun treiben, muß warten bis der Anleger frei wird. Kaum hat Fenris den Anleger achteraus, das legt die Fähre
ab und zieht bald an Backbord vorbei. An der Nordseite der Elbinsel begegnet sie einer weiteren Fähre, die gerade aus Wischhafen kommend die Elbe überquert hat.

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Blick zurück, Hafeneinfahrt Glückstadt

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Fähranleger

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Begegnung

11.30 Uhr. Die Elbe ist fast so glatt wie ein Spiegel. Gelegentlich kommen ein kleinere Frachter vorbei, die eine paar Wellen aussenden. Voraus ist schon seit Glückstadt das Atomkraftwerk Brokdorf erkennbar. Es ist strahlend weiß, was man als Indiz dafür nehmen darf, dass es noch in Betrieb ist. Die Laufzeit begann 1986 und soll 2021 enden. Etwas weiter elbabwärts treffe ich auf ein Baggerschiff aus Rotterdam, dass die Fahrrinne am Nordufer vertieft.

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Glatte Elbe

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Atomkraftwerk Brokdorf

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Baggerschiff

12.30 Uhr. Auf halber Strecke zwischen Brokdorf und Brunsbüttel wechsele ich die Fahrseite, da ich auf der Innenseite der langezogenen Elbkurve einen stärkeren Strom vermute und um später dem Schiffsverkehr vor den Schleusen des Nordostseekanals aus dem Weg zu gehen. Ein Segelboot vom Typ Sirius zieht bereits seine Bahn auf deren anderen Seite und Fenris folgt nun.

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Seitenwechsel

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Reede am Südufer

13 Uhr. Die Schleuse Brunsbüttel ist an Steuerbord querab. Die Baumaßnahmen der 5. Schleusenkammer auf der Schleuseninsel, zwischen alter und großer Schleuse sind deutlich zu sehen. Eigentlich sollte die neue Kammer 2021 fertig sein, doch Verzögerungen durch Kampfmittelfunde und Probleme während der Arbeiten lassen den Termin nicht halten.

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Schleuse Brunsbüttel

14 Uhr. Sowohl die Sirius als auch Fenris wechsels wieder auf die andere Fahrwasserseite. Eine sehr langgestreckte Innenkurve verspricht gute Strömung. Die Sirius bleibt auf dem roten Tonnenstrich. Fenris nimmt eine Abkürzung weiter nordwärts über die Reede bei Neufeld. Und als ich bereits vorn liege, da sehe ich viele Seehunde auf dem Strand bei Neufeld. Ich lasse die Sirius fahren und drehe ab. Bis zur 3 Meterlinie, weiter mag ich nicht wegen ablaufenden Wasser. Die Seehunden schlafen zunächst, doch die ersten entdecken das herannahende Segelboot und heben aufmerksam den Kopf.

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Seehunde

15 Uhr. Ich erreiche Cuxhaven. Die Sirius ist bereits dabei, die Seglervereinigung Cuxhaven anzusteuern. Ausflugsboote kommen entgegen mit Kurs aufs Seehundgucken. Aus Neugier mache ich einen Abstecher in den öden Amerikahafen. In einer Ecke befindet sich dort ein dritter Yachthafen. Doch die Stromkästen sind schon abgedeckt und nur noch wenige Boote sind dort. Ich fahre wieder raus und folge der Sirius erneut.

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Die Sirius geht zur Seglervereinigung Cuxhaven

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Einfahrt zum Amerikahafen

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Der Yachthafen dort

15.15 Uhr. Ich mache im Yachthafen der Seglervereinigung fest. Gegenüber liegt die Sirius 26 mit drei älteren Männern an Bord. Das Boot sieht sehr gut erhalten aus und ist bereits 41 Jahre alt, Erstbesitz wie mir der Eigner erzählt. Ebensolange segelt er auch schon mit seinen Freunden.

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Angelegt

Veröffentlicht unter 2018 Hamburg, Deutschland | 8 Kommentare

Glückstadt

Es gab schon seit Monaten keine Beiträge mehr in diesem Blog. Nun will ich versuchen die fehlende Berichte zu meiner Englandreise nachzuliefern. Doch zunächst beginne ich mit meiner aktuellen Fahrt von Hamburg nach Hooksiel.

Donnerstag, 18. Oktober – von Hamburg nach Glückstadt, 28 sm

Die Liegezeit in Hamburg ist um. Ich will das noch recht milde Oktoberwetter (gestern hatten wir 25 Grad) nutzen, um mein Boot nach Hooksiel zurückzufahren, es geht dort den Winter über an Land. Knapp sieben Wochen war ich nun im City Sporthafen. Die Lage ist sehr gut, praktisch mitten in der Stadt. Den Weg zur Arbeit habe ich stets genossen, denn ich konnte vom Boot aus bequem zu Fuß gehen. Der Hafen hat aber sehr viel Schwell, doch man gewöhnt sich mit der Zeit daran. Auch daran, dass man sich gelegentlich gut festhalten muß, wenn das Boot stark zu rollen beginnt. Ruckdämpfer an allen vier Festmachern sind sehr zu empfehlen.

Um 10.30 Uhr verabschiede ich mich von den beiden Hafenmeistern und lege ab. Hochwasser ist zwar erst um 11.15 Uhr, doch Hafenmeister Dieter empfahl eine halbe Stunde vor Hochwasser loszufahren, damit man die Strecke von 28 Seemeilen in den vier Stunden Ebbe besser schafft.

10.45 Uhr. Ich lege ab. Im Revierfunk auf Kanal 74 höre ich, wie der Raddampfer „Louisiana Star“ einen Schlepper auf der Elbe mitteilt, dass er vom Niederhafen in die Elbe geht. Ich befinde mich im Niederhafen und sehe den Raddampfer an Steuerbord vorraus, noch an seinem Liegeplatz. Er läßt mich vorbei und folgt dann bis zu den Landungsbrücken um dort Fahrgäste aufzunehmen. Fenris macht 4-5 Knoten Fahrt über Grund. Es ist schon ein befreiendes Gefühl das Boot nach so langer Liegezeit wieder in Fahrt zu erleben. Der Motor läuft ruhig und kräftig. An den Landungsbrücken ist ein Kommen und gehen der HVV Fähren und verschiedene Barkassen ziehen an Steuerbord vorbei auf ihrer großen Hafenrundfahrt, immer möglichst dicht am Ufer, um die Sehenswürdigkeiten zu präsentieren.

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Meine Liegeplatz der letzten sieben Wochen

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Raddampfer „Louisiana Star“

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Moderne Barkasse überholt vor den Landungsbrücken

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HVV Fähren und Hafenrundfahrtschiffe an den Landungsbrücken

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Superyacht Eclipse im Dock bei Blohm & Voss gegenüber

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Altonaer Fischmarkt

Nun wird es ruhiger, Fenris fährt dichter am Ufer entlang. Auf der anderen Seiten ziehen die einzelnen Hamburger Häfen vorbei: Steinwerderhafen, Kohlenschiffhafen, die Mündung der Süderelbe mit weiteren Häfen und der Parkhafen mit den vielen Containerbrücken. Im Revierfunk ist von den vielen Hamburger Häfen immer wieder die Rede, wenn die Schiffe in die Elbe einfahren wollen. Doch nun kommt eine Mitteilung der Wasserschutzpolizei. Das Fahrwasser vom Parkhafen an elbabwärts ist bis zum einlaufenden Containerschiff „Mirjam“ (sehr groß) gesperrt. Kleine Fahrzeuge können nördlich des Tonnenstrichs passieren. Für mich heißt das, auf Kurs bleiben, denn Fenris befindet sich bereits außerhalb des Fahrwassers zwischen den roten Tonnen und dem Elbufer. Der große Containerfrachter wird von zwei Schleppern begleitet, die ihn ihn bald auf der Elbe drehen, um ihn rückwärts in den Parkhafen zu bugsieren.

Die Sicht nimmt ab und im Dunst voraus löst sich bald ein weiteres großes Containerschiff. Ebenfalls ein großer Frachter. Er heißt „Bougainville“ und hat den Heimathafen Marseille, die Partnerstadt von Hamburg. Ein Schlepper rast bereits auf ihn zu, um ihn an die Leine zu nehmen.

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Containerschiff „Mirjam“

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und nochmal

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und die „Bougainville“

11.45 Uhr. Es beginnt ein leichter Nieselregen, ein Regenband durchzieht die Region. Ein Blick zurück, zeigt nur noch eine graue Wand, während es voraus heller aussieht. An Steuerbord zieht der Elbstrand vorbei, es sind nur wenige Leute zu sehen. Gegenüber ist Finkenwerder mit der alles dominierenden Flugzeugfabrik von Airbus. Danach weitet sich die Elbe zu einer enormen Wasserfläche mit der Elbinsel Neßsand im Hintergrund. Weit weg kann ich an Backbord eine Klappbrücke und Kräne erkennen. In der Nähe der Hamburger Landesgrenze geht die Bebauung schlagartig zurück. An Steuerbord nimmt jedoch nochmal die Dichte an Villen am Steilufer zu. Doch bald kündigt ein Wrack am Ufer die Nähe zur nördlichen Landesgrenze an. Damit nimmt auch hier die Bebauung rasch ab. Es kommt noch der Anleger Wittenbergen. Danach sind die Steilufer auf der schleswig-holsteinischen Seite stark bewaldet.

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Airbus auf Finkenwerder

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Voraus Elbinsel Neßsand

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Blankenese

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Ein Wrack im Wasser

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Anleger Wittenbergen

12.30 Uhr. Ich erreiche Wedel. Zunächst den Fähranleger und kurze Zeit später den Hamburger Yachthafen, vor den Toren der Stadt. Die Elbe macht bald einen Schlenker nach Norden und hier trifft die Windsee auf den Tidenstrom, eine kabbelige Welle baut sich auf. Nördlich von Wedel ist die Elbe sehr breit und viele Segelboote vom nahegelegenen Yachthafen kreuzen hier gerne auf und ab. Doch heute sind nur zwei Boote zu sehen.

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Begegnung bei Wedel

13.30 Uhr. Bei Stadersand wird es ungemütlich. Gischt kommt an beiden Seiten des Bugs hoch. Das Boot stampft durch die Wellen, wird von 7 Knoten Fahrt zeitweise auf 4 Knoten abgebremst. Voraus scheint das Wetter freundlicher zu werden, achteraus ist noch Gewitterstimmung. In der Nähe ist das Kernkraftwerk Stade am südlichen Ufer der Elbe zu sehen, das sich im Rückbau befindet. Es war von 1972 bis 2003 in Betrieb.

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Voraus etwas freundlicher und viel Welle

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Das AKW Stade

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Blick achteraus

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und nochmal

14 Uhr. Es geht an der Elbinsel Pagensand vorbei. Die Welle ist immer noch etwas ruppig.

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Elbinsel Pagensand

15.15 Uhr. Ich erreiche die Elbinsel Rhinplate mit einem markanten Funkturm davor. Hier geht es nach Steuerbord ab in ein Fahrwasser nach Glückstadt. Bald erscheint die Hafeneinfahrt. In dem großen Vorhafen zum Schleusentor sieht es schon ziemlich leer aus. Langsam lasse ich das Boot vom Wind an einen Seitenausleger (hier Schlengel genannt) treiben und mache fest.

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Funkturm vor der Elbinsel Rhinplate

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Hafeneinfahrt Glückstadt

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Vorhafen

Beim Gang zum Hafenmeister umrunde ich zu Fuß den Innenhafen.

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Innenhafen

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Blick auf Nordseite

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Am Ende des Hafenbeckens

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Auf der Nordseite

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Fluttor

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Blick auf Außenhafen

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Angelegt

Veröffentlicht unter 2018 Hamburg, Deutschland | 1 Kommentar

Dartmouth

Donnerstag, 9. August – von den Plymouth nach Dartmouth, 39 sm

Auch heute laufe ich aus, ohne mein Ziel zu kennen. Es soll möglichst weit nach Osten gehen. Das Wetter ist gut, wenn auch windig, Westwind 4-5 mit Böen um 6. Da Wind und Wellen achterlich kommen werden, sollte das kein Problem werden.

11.45 Uhr. Am Ankerplatz ist es noch ruhig und ich hole problemlos das Eisen hoch. Die alte Yacht aus Falmouth muß gestern noch unter die Küste am Festland verlegt haben. Weit entfernt ist sie noch zu sehen. Fenris ist inzwischen das letzte Boot vor Drake’s Island.

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Noch ein Blick auf Plymouth

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und auf den Anleger von Drake’s Island

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Segeljugend übt wieder

Am Ankerplatz habe ich bereits das Großsegel gesetzt und nehme Kurs auf die Ostseite der Bucht. Das Vorsegel kommt nun dazu und das Boot nimmt ordentlich Fahrt auf, das Bugwasser rauscht. Doch der Spaß dauert nicht lang, ich muss bald kreuzen und nehme dann die Maschine dazu , um ein Hindernis zu umfahren. Dann geht es durch die Ostdurchfahrt und zu den Mewe Stones, von denen der größere grün und der kleinere weiß ist. Kormorane haben durch ihre Besiedelung und ihrem Kot alles Leben auf ihm ausgelöscht.

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Festung hinter Wellenbrecher

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Ostausfahrt von Plymouth

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Mewe Stones

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kleiner Mewe Stone wird von Kormoranen bewohnt

13 Uhr. Der Wind ist da und kommt genau achterlich. Der Motor kann aus und ich nehme das Vorsegel auf eine und das Großssegel auf die andere Seite.

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Küstenabschnitt zwischen Plymouth und Dartmouth

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Selfie eines Einhandseglers

15 Uhr. Der Wind hat auf Stärke 5 zugelegt mit Böen um 6. Fenris jagt zeitweise mit 10 Knoten über den Grund. Eine halbe Stunde später kommt ein Funkspruch eines Fischer, der einen Maschinenausfall hat und die Seenotleitung um Schlepphilfe bitte. Der Mann von der Rettungszentrale fragt erstmal nach den Personen an Bord und ob Lebensgefahr besteht. Der Fischer verneint. Es dauert etwas, dann bittet die Seenotleitung alle Boote in der Nähe, ob sie helfen können.

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Fenris lauf

16 Uhr. Achteraus sind viele Segelboote einer Regatta aufgetaucht. Nach und nach kommen sie näher und ich sehe, dass sie mit voller Besegelung fahren und damit wesentlich besser klarkommen als ich. Auf Fenris fällt häufiger das Vorsegel ein, wenn der Kurs genau vor dem Wind verläuft und die Welle das Boot zum Rollen bringen. Daher lege ich den Kurs so, dass der Wind schräg von achtern kommt. Die Regattagruppe zieht mühelos vorbei, mindestens 20 Boote zähle ich. Selbst kleine Boote scheinen auf den Wellen zu surfen. Sie haben mit Ausbäumern die Vorsegel stabilisiert. Doch auch Fenris ist verhältnisweise schnell. Beim Kap zwischen Bolt Head und Start Point sind es 9,2 Knoten über Grund. Doch die Böen dauern länger, die Welle baut sich immer mehr auf und ich entscheide mich zum Abdrehen unter Landschutz und steuere Darmouth an. Eine Nachtfahrt nach Weymouth, am Portland Bill mit Races und Overvalls vorbei, ist zu riskant.

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Regattaboote kommen

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selbst kleine Boote ziehen vorbei

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Auch die Scilly Race Boote von Ocean People ziehen vorbei

17 Uhr. Unter Landschutz hält sich Fenris mit 6 Knoten dicht unter der Küste, doch auch hier wehen noch ordentliche Böen. Vorbei geht es an kurzen verlassenen Stränden vor der felsigen Küste und kleinen kaum ausgeprägten Buchten mit Booten am Strand. Die Anfahrt von Dartmouth ist lebhaft. Aus allen Richtungen kommen Segelyachten und ein Traditionsschiff. Ein großer rotweiß lackierter Hubschrauber der Küstenwache donnert in niedriger Höhe über die Ankommer hinweg, dreht, fliegt wieder den Fluß Dart hinauf, um kurze Zeit später wieder an Anlauf zu starten.

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Kap endlich erreicht

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auch unter Landschutz ist es noch lebhaft

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Coastguard Hubschrauber

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Traditionsschiff

18 Uhr. Ich kenne mich aus und weiß genau wo ich hin will. Zielstrebig steuere ich den Pontoon vom Dartmouth Yacht Club an und steuere auf eine englische Yacht zu. Langsam gewinnt Fenris die Aufmerksamkeit der Frau des Skippers, die im Cockpit sitzend schon sichtbar nervös wird. Die Fahrt ist schon fast aus dem Boot als ich mit der Hand signalisiere, dass ich bei ihnen festmachen will. Die Frau meint, sie wisse nicht, was zu tun sei. Kein Problem, ich komme klar, ist meine Antwort. Doch dann kommt der Mann auch heraus und wir kriegen zusammen schnell das Boot fest. Der Mann ist ausgesprochen nett und humorvoll, es war eine gute Wahl.

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Fest im Päckchen

Am Abend stehen viele Angler an der Kaje. Sie haben Angeln mit fünf Fliegenködern und eine einer keinen Bleikugel am Ende. Weit werfen sie die Köder ins das Wasser und ziehen ruckweise an der Angelschnur, um die gefräßigen Fische anzulocken. Es muß ein Schwarm vorbeigekommen sein, der in ein wahren Freßrausch verfallen ist. Innerhalb von Minuten ziehen alle Angler mehrere Mal ihre Köder mit jeweils bis zu fünf Fischen hoch. Dicht an der Lower Ferry hat der dort stehende Angler am meisten Glück. Ich beochte, wie er viermal fünf Fische holt. Bald geht er zufrieden mit einer vollen Tragetasche heim. Ein Seehund trifft auch ein und hält seinen Kopf aus dem Wasser. Die Angler ignorieren ihn, doch die Touristen oben sind begeistert und fotografieren. Einer der Bootseigner am Steg, selbst Angler, hat ein Herz und spendiert dem Seehund seine Makrelen, die er in einer roten Box aufbewahrt hat. Besser sind die Darbietungen von Seehundfütterungen in den Zoos auch nicht.

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Anglerglück in Dartmouth

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Flußhafen von Dartmouth

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Plymouth

Freitag, 6. August – von den Sillies nach Plymouth, 100 sm

Heute breche ich auf, die Rückreise steht an. Bis zu den Scillies habe ich 906 Seemeilen auf der Logge stehen. Ein gemütliches Zurücksegeln mit jedem Abend im Hafen wird nicht möglich sein, dazu fehlt die Zeit. Ich stelle mich auf Nachtfahrten ein. Das Ziel meines ersten längeren Törns steht bei Abfahrt noch gar nicht fest, ich fahre einfach los und mache das Beste daraus.

11.30 Uhr. Anker und mit Maschine um die Inseln herum zur Ansteuerung von St. Mary’s. Vor St. Mary’s liegt ein neues Kreuzfahrtschiff, die Seacloud II ist bereits abgefahren. In der Bucht Porth Cressa werden die guten Ankerplätze bereits knapp.

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Neues Kreuzfahrtschiff

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Viel los im Porth Cressa

12.30 Uhr. Ich setze die Segel aber lasse den Motor weiter mitlaufen, um die zu 50 Prozent entladenen Batterien wieder zu füllen. Auf dieser Reise habe ich erstmals keine Probleme mit leeren Batterien. Da hat sich die Neuanschaffung von Batterien (zus. 200 Ah) und Ladegerät (B2B) wirklich gelohnt.

14.15 Uhr. Delfine begleiten plötzlich das Boot. Ich sehe ihre Rückenflosse regelmäßig aus dem Wasser ragen, während sie wild vorm Bug auf die andere Seite schwimmen, unter dem Boot durch und am Heck wieder rum. Aus der Befürchtung, sie könnten sich am Propeller verletzen, stelle ich die Maschine auf Leerlauf. Die Segel stehen bald back, Fenris kommt zum Treiben und die Delfine bleiben nah am Boot. Tummeln sich über- und untereinander am Heck. Ich kann ein paar Nachaufnahmen machen, die erstaunlich klar sind. Ich glaube nach zehn Minuten wird es ihnen zu langweilig und ich sehen die drei Rückflossen nach achtern wegschwimmen. Als ich sie nicht mehr sehen kann, lege ich wieder den Gang, der Wind füllt die Segel und Fenris ist wieder mit ordentlicher Fahrt auf altem Kurs. Ich werfe nochmal einen Blick zurück und sehe, wie die Delfine zurückkommen. Diesmal springen sie schnell rasend aus dem Wasser haben Fenris in Kürze erreicht machen noch eine Runde um das Boot und ziehen wieder davon. Man könnte meinen sie wollten mir noch einmal etwas zeigen. Nun sind sie endgültig fort. Inzwischen sind die Batterien sind voll und die Fahrt geht nun unter Segel weiter.

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Define

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und nochmal

15 Uhr. Aus Nord kommt an der Kimm ein komisches Fahrzeug auf, mit vier hoch in den Himmel ragenden Stangen. Bald kann ich auch den Rumpf sehen und ein zweites Fahrzeug davor. Sie befahren das Verkehrstrennungsgebiet Richtung Süd.

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Schleppverband

16 Uhr. Fenris hat das Verkehrstrennungsgebiet überquert. Das seltsame Gespann achteraus hat den Kurs geändert und läuft nun gleichen Kurs hinterher. Noch Stunden habe ich Gelegenheit diese Fahrzeuge zu beobachten. Als sie dann endlich vorbeiziehen, erkenne ich einen Schlepper mit erstaunlich langer Trosse, der eine Art Arbeitsplattform hinter sich herzieht.

20 Uhr. Der Wind hat von Nord auf Nordwest gedreht und auf Stärke 4 zugenommen. Der Schleppverband hat endlich überholt. Als sie dann endlich vorbeiziehen, erkenne ich einen Schlepper mit erstaunlich langer Trosse, der eine Art Arbeitsplattform hinter sich herzieht. Die Dreimastbark Seacloud II, gestern noch auf den Scillies, kreuzt den Kurs und fährt Richtung Kanalinseln.

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Schleppverband hat endlich überholt

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Wiedersehen mit Seacloud II

21 Uhr. Es wird bald dunkel (in Deutschland ist es jetzt 22 Uhr) und ich nehme als Vorbereitung für die Nacht das erste Reff in das Großsegel. Weiter draußen ist auch eine Segelyacht, die ihre Segel bereits gerefft hat.

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Sonnenuntergang

23 Uhr Uhr. Der Seegang hat auf 1,5 Meter zugenommen. Fenris hat eine Reede mit vielen ankernden Frachtern achteraus gelassen.

Samstag

0 Uhr. Ab Mitternacht beginne ich meinen Intervallschlaf. Die Kajüte ist der beste Platz zum Schlafen, da kann ich schnell aus der Koje aufspringen. Alle 20 Minuten klingelt der Wecker und ich ziehe mir Schuhe und Jacke an und gehe nach oben, um Ausschau zu halten. Lange Zeit ist alles ruhig, die üppig mit Lampen ausgestatten vor Anker liegenden Frachter bleiben immer weiter achteraus.

2 Uhr. Ein Motorengeräusch fällt mir auf, als ich wieder Ausschau halte. Doch es noch nichts zu sehen. Zwanzig Minuten später sehe ich ein Schiff von achtern näherkommen, mit starken Lampen, die nach vorne und zu den Seiten strahlen. Nun muß ich abwarten, bis das Fahrzeug vorbeigelaufen ist. Von Fenris wird man auf dem Schiff nur eine weißes Licht an der Mastspitze sehen, wenn man von achtern herankommt und ein rotes Licht, wenn man an Backbord ist. Der Schiffsführer will es genau wissen, was da in der Nacht unterwegs ist und strahlt mich mit einem Suchscheinwerfer direkt an und ich stehe schon winkend bereit als der Strahl mich erfasst, sofort geht das Licht wieder aus. Ich warte noch eine halbe Stunde und lege mich wieder in meinen Intervallschlaf.

4 Uhr. Die Sonne geht auf, ein besonders schöner Anblick nach einer Nachtfahrt.

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Sonne geht auf

6 Uhr. Die ersten Fischer kommen aus Plymouth, um im Kanal ihren Fang zu machen.

7 Uhr. Genug geschlafen, jetzt wird gefrühstückt.

9 Uhr. Kurswechsel. Eigentlich wollte ich nach Salcombe weiterfahren, doch das Wetter sieht plötzlich nach Regen aus. Trübe graue Wolken kommen aus nördlicher Richtung, begleitet von starken Böen. Nein, ich möchte nach über eine Woche vor Anker mal wieder an einem Steg anlegen und den Komfort einer Marina genießen. Da Plymouth gerade querab ist und in zwei Stunden zu erreichen ist, fällt meine Entscheidung schnell, ich lege Fenris in den Wind und hole die Segel ein. Die letzten 10 Meilen auf diesem Trip werden nun mit Maschine gefahren.

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Plymouth ist nah

11.30 Uhr. Ich funke die Schleuse zum Sutton Harbour an. Der Schleusenwärter sagt, die Marina sei ausgebucht und dann noch etwas, was ich nicht verstehe. Ich denke, er will noch versuchen noch einen Platz für mich zu bekommen. Doch ich höre keine Funkaktivität mehr. An der Bootstankstelle in der Nähe der Schleuse langweilt sich gerade der junge Tankwart und ich gebe ihm ein Zeichen, dass ich anlegen will. Ich tanke 40 Liter Diesel und mache wieder los. Ich funke die Marina direkt an, doch die sagt, ich solle die Schleuse auf Kanal 12 ansprechen. Prompt meldet sich der Schleusenwärter wieder und sagt, er habe doch bereits mitgeteilt, dass die Marina voll sei.

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Der Schleusenwärter will einfach auf grün stellen

Ich fahre zur Queen Anne’s Battery Marina, die vor der Schleuse liegt und kann an einem Gästesteg provisorisch festmachen. Bei der Rezeption fragt mich eine französische Mitarbeiterin, ob ich französisch mir ihr sprechen kann. Das ist mir ja noch nie passiert, französisch kann ich zwar etwas verstehen aber mit dem Sprechen sieht es im Moment schlecht aus, ich bin auf englisch fixiert. Deutsch biete ich als Alternative an, doch da lehnt sie ab, also bleiben wir bei Englisch. Ich habe einfach so am Steg festgemacht, ohne mich anzumelden. Oh, das geht nicht, sagt sie. Wir sind wegen des Feuerwerks ausgebucht. Für eine Nacht nur, frage ich. Moment, sie telefoniert und ein Mann kommt in Arbeitsklamotten und Schutzhelm, sieht aus wie ein Bauarbeiter. Der scheint der Chef hier zu sein. Der kramt in den Unterlagen und sagt, D6, eine Nacht und rennt wieder aus dem Büro. Sie findet mich gleich im Computer und ich bekomme eine zweite Nacht in mein virtuelles Rabattheft eingetragen (die siebte ist frei). Es ist auch eine MDL Marina, wie in Brixham. Doch hier geht es deutlich handfester zu.

Ich finde den Platz auf Anhieb und muß etwas manövrieren, um anlegen zu können, bei etwas Wind und engen Verhältnisse. Die Stegnachbarn stehen schon hilfsbereit am Steg. Einer hatte sogar noch schnell einen Fender ausgebracht, als er sah, dass ein Solo-Segler anlegen will. Doch alle Aufregung ist vergebens, der müde Segler bekommt ein ‚well done‘ von allen Seiten.

In dieser Marina sind viele Servicebetriebe und Bootsagenturen angesiedelt. Auf dem Platz vor dem Marinagebäude stehen viele Yachten zum Verkauf an Land. Die schaue ich genauer, um vielleicht schnell mein Boot in ein größeres umzutauschen. Doch es ist nichts dabei, was mir gefällt. Ich gehe weiter durch ein Wohngebiet, um ein Aquarium herum und einem Teil des Sutton Harbours. In der Sutton Harbour Marina sind viele Plätze frei, da muß es wohl viele Reservierungen geben, sonst hätten sie mich reingelassen.

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Boote zum Verkauf

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Weiter Weg in die Stadt

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Traditionssegler im Sutton Harbour

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Stadteil Barbican

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und nochmal

Sonntag

Am Morgen schreibe an meinem Reisebericht weiter. Ich muß heute bis um 12 Uhr den Steg verlassen und ich wäre gerne noch geblieben. Die Stegnachbarn sind sehr nett. Kaum habe ich die Maschine gestartet, da steht der ältere Mann auch schon am Steg und bietet seine Hilfe an. Wir unterhalten uns noch eine Weile über das Wohin, Woher und wo zu Hause. Er ist mit seinem Boot nicht mehr so oft unterwegs, es liegt meistens im Hafen. Aber auch Fenris neigt dazu Grünzeug anzusetzten. Direkt unter der Wasseroberfläche sind am Rumpf flauschige Gräser zu sehen, hin und wieder von Fischen abgefressen werden. Heute findet also das Feuerwerk statt, an zwei Tagen, wie mir der Nachbar sagt, morgen Abend also auch. Ich möchte noch nicht weiterfahren und werde mir einen Ankerplatz suchen und heute Abend das legendäre Feuerwerk anschauen.

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Stegnachbarn

Ich fahre raus und gehe über die Bucht. Vor der verlassenen Festungsinsel Drake’s Island ankert schon eine alte Segelyacht aus Falmouth. Fenris läßt in der Nähe ebenfalls den Anker fallen. Schön ist es hier, durch den Landschutz der Insel ist kaum Welle am Boot. Doch bald merke ich wie sich der Abstand zum anderen Boot immer mehr verringert. Der Anker hält nicht. Als ich ihn hochhole ist der voller Seegras. An einer anderen Stelle geht es besser, vor allem habe ich neben der 10 Meter Kette nun auch deutlich mehr Leine gesteckt.

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Ankern vor Drake’s Island

Den Tag über kann ich am Reisebericht schreiben und lesen. Es ist ruhig. Hin und wieder passiert etwas. Kaum hörbar, fährt ein Zerstörer begleitet von zwei Wachschiffen vorbei. Es ist der Flugabwehrzerstörer HMS Diamond, sein Heimathafen ist Portsmouth.

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Ein Zerstörer fährt vorbei

Gegen 20 Uhr läuft eine Fähre ein von Brittany Ferrys. Sie läuft im Fahrwasser in der Nähe vom Ankerplatz vorbei, laut und deutlich sind ihre Schraubengeräusche im Boot zu hören. Ich werde an meine vielen Nächte in Travemünde erinnert, wo im engen Fahrwasser ständig große Fähren verkehren. Es kommen immer mehr Sportboote und gehen vor Anker. Von einer alten Motoryacht springt man sogar johlend in das recht kalte und recht schmutzige Wasser.

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Fähre

Um 21.30 Uhr beginnt das Feuerwerk. Es wird eine Aufführung in drei Akten. Die Raketen starten zunächst einzeln und werden mit der Zeit immer zahlreicher. Der dumpfe Knall der Böller hallt an den Felswänden der großen Bucht in zeitlicher Verzögerung mehrfach wider. Der erste Akt endet mit einer wilden Knallerei. Eine Choreografie kann ich in der Abfolge nicht erkennen. Einen Moment ist Stille, dann ertönt von den umliegenden Yachten Handklatschen, mundgeplasene Nebelhörner drängen sich in der Vordergrund und eine klägliche alterschwache Hupe von dem Motorboot nebenan versucht ihr Manko durch eine Melody auszugleichen. Gelächter ist der Lohn dieser Bemühungen. Hmm, das war alles, denke ich. Warum bleiben die alle, die Bucht ist voll von Boote. Es müssen hunderte sein. Die meisten liegen am Ankerplatz auf der anderen Seite der Bucht, direkt vor der inneren Hafenmole, wo die Feuerwerker tagsüber ihre Technik aufgebaut haben. Der zweite Akt beginnt 15 Minuten später. Er unterscheidet sich nicht wesentlich vom ersten, nur das sie nun mehrmals Heuler einsetzen, die den Raketen einen etwas mystischen Beiton geben. Am Ende sind dann wieder der Applaus und die traurige Hupe zu hören. Der dritte Akt hat nach der Pause nichts neues mehr zu bieten, er scheint alles noch einmal verdichtet darstellen zu wollen. Später erfahre ich, dass drei Profifeuerwerker gegeneinander angetreten sind und am nächsten Abend noch einmal drei Kandidaten in einem Wettbewerb ihre Kunst zeigen.

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Feuerwerk

Interessant wird es dann nach dem Feuerwerk. Aus den unzähligen Ankerlichtern werden nun weiße, grüne und rote Positionslichter, Motorengeräusche ertönen vielfach in der Bucht und bald setzen sich die ersten Motorboote in Bewegung und rasen durch die Bucht. Diese Masse an Fahrzeugen habe ich so noch nicht gesehen. Sämtliche Marinas werden nun angesteuert viele fahren auch an Drake’s Island vorbei, den Fluß hinauf. Auch die Boote vor Drake’s Island, wo Fenris vor Anker bleibt, brechen auf. In der Dunkelheit hören ich das Klappern von Ankerketten und die Motoren. Es müssen hier inzwischen um die 40 Yachten liegen, die bis auf 5 alle wieder fortfahren. Am Ufer von Drake’s Island sehe ich zahlreiche Lichter, die hin und herpendeln. Es sind Paddler mit Kopflampen, die sich auf die Rückfahrt machen, ich höre französische Stimmen.

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Saint Mary’s (Scilly Islands)

Donnerstag, 2. August – von Falmouth nach St. Mary’s (Scilly Isles), 77 sm

Ich bringe Brigitte zum Bahnhof an den Docks. Der Zug kommt bald und ich bin wieder solo unterwegs und bereite Fenris zum Auslaufen vor.

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Abschied am Bahnhof

12 Uhr. Ich lege ab und setze noch im Vorhafen die Segel. Mit 5-6 Knoten rauscht Fenris an den Docks vorbei und kleine Fährschiffe komme entgegen. Ein Gruppe Segelboote voraus, denen ich eine Zeit lang folge und dann auf den Backbordbug gehe. Doch bald läßt der Wind nach. Ich gehe wieder zum Motorsailing über.

15.30 Uhr. Der Leuchturm Bumble Head ist querab. Das Kap ist bald umrundet und Fenris geht auf direkten Kurs zur Insel St. Mary’s. Delfine kreuzen vorm Bug ziehen aber weiter. Ein Zweimaster kommt entgegen und ein Fischfang Überwachungsschiff überholt.

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Traditionsschiff

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Fisheries Patrol

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Irgendwo bei Land’s End

19.30 Uhr. Voraus ist ein Verkehrstrennungsgebiet für den Verkehr in den Bristol Channel und die irische See, es sind nur wenige Frachter unterwegs.

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Kleiner Containerfrachter

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Sonnenuntergang

21.30 Uhr. Die Sonne ist untergegangen, doch hinter dem Horizont ist noch ein schwacher Lichtschein. Der reicht aus, um die ersten Erhebungen voraus abzuzeichnen, die Scilly Islands. Achteraus ist noch immer Land’s End zu sehen ist. Das Verkehrstrennungsgebiet ist bereits überquert, als ein Frachter aus nördlicher Richtung kommt.

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Noch ist Licht dem Wolkenband am Horizont

22.15 Uhr. Es ist inzwischen dunkel geworden. Lange Zeit waren von einem weiteren Fahrzeug nur zwei weiße Lichter zu sehen, eines höher als das andere, aber eng zusammenstehend. Doch nun wird auch ein grünes Licht sichtbar und es zeigt an, dass es sich um einen Frachter auf der Schiffahrtsroute auf Südkurs handelt. Es dauert noch zwei Stunden bis Fenris das Ufer der Insel Saint Mary’s erreicht. Fast die ganze Zeit sind zwei übereinander stehende rote Lichter auf der Insel zu sehen. Links daneben, blinken mehrere weiße Lichter, eines stark, die anderen schwach. Im Kartenplotter ist die elektronische Seekarte klar erkennbar, der Route geplant und auch Fenris aktuelle Position, Fahrtrichtung und Geschwindigkeit wird ständig aktualisiert, dennoch versuche ich die Wirklichkeit mit den elektronischen Daten in Einklang zu bringen. Die übereinanderstehenden roten Lichter haben also für die Navigation keine Bedeutung.

23.15 Uhr. Noch eine Stunde Fahrzeit und der Horizont voraus ist schwarz, kein Lichtschein mehr, nur graue schwarze Wolken auf die das Boot zusteuert. Seit längerer Zeit platscht es in der Nähe des Boots und ich kann Atmungsgeräusche hören. Mit der Taschenlampe kann ich Delfine erkennen, die neben dem Boot schwimmen. Ich stoppe das Boot, doch die Delfine lassen sich nicht mehr blicken. Bevor ich bei völliger Dunkelheit auf eine felsige Küste zufahre, versuche ich beizuliegen, um das Tageslicht abzuwarten. Doch mangels Wind rollt das Boot in der Atlantikdünung sehr stark und der Strom treibt das Boot mit knapp 1 Knoten wieder in Richtung Verkehstrennungsgebiet. Ich hole das Großsegeln ein und fahre weiter auf die Küste der Insel zu. Die zwei übereinanderstehenden rote Lichter wandern nur sehr langsam nach Steuerbord aus. Doch ihr Lichtschein erhellt die Wasseroberfläche und ich könnte wieder einige Meter vorm Bug Hindernisse erkennen. Die weißen Lichter werden nun klarer und stärker. Das starke weiße Licht ist ein Leuchtfeuer auf einem Felsen, hinter dem die Bucht liegt, wo ich ankern möchte. Die Bucht ist einfach erreichbar, ohne tief zwischen die Inseln zu hineinzufahren. Die schwach blinkenden weißen Lichter sind zwei Untiefentonnen, die erste muß ich an Backbord passieren. Doch es dauert noch lange, bis ich die Brandung an den Felsen der Küste hören kann und die beleuchteten Seezeichen klar erkennbar werdem.

24 Uhr. Doch plötzlich ist das weiße Leuchtfeuer nach achtern ausgewandert und die erste Untiefentonne ist an Backbord. An Steuerbord ist nun auch die Bucht zu sehen und ich kann Masten mit Ankerlichtern erkennen. Ich bin am Ziel, nun muß ich Fenris nur noch vorsichtig in die Bucht hinein navigieren. Ich fahre langsam auf die Ankerlichter zu, achte auf Wassertiefe und Plotter, an Steuerbord sind plötzlich laute Brandungsgeräusche in der Nähe, Felsen ragen aus dem Wasser. Ich sehe zwei Segelyachten und eine große Motoryacht im Schein der einzelnen Lichter an Land. Hinter den Booten fällt der Anker in großem Abstand. Bin gespannt wie es hier bei Tageslicht aussieht.

Freitag

Als ich am nächsten Morgen einen Rundumblick mache, sieht es doch ganz anders aus, als ich mir es in der Nacht vorgestellt hatte. Eine felsige Bucht mit einem Sandstrand und einer Schutzmauer davor und danach die ersten Häuser. Fenris liegt doch recht weit abseits, fast am Eingang der Bucht. Es dauert nicht lange und auf der großen Motoryacht, holt man den Anker hoch und fährt weg. Im Laufe des Vormittags kommen einige Yachten in die Bucht und fahren dicht an den Strand heran, die Besatzungen gehen mit ihren Dingis an Land und kommen mit vollen Einkaufstaschen zurück. Bevor die Ebbe einsetzt sind sie schon wieder fort und anker vor irgendeiner der vielen Inseln.

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Am nächsten Morgen

Bald ist es auch für mich an der Zeit, das Schlauchboot klarzumachen. Bisher habe ich es nicht gebraucht, doch hier gibt es keine andere Möglichkeit, an Land zu kommen. Das Cockpit von Fenris ist so lang, dass ich das 2,40 Meter lange Schlauchboot auf der Sitzbank aufpumpen kann. Ich habe den Rat von Sailing Rainer befolgt und mich für ein neues Roll-Up Boot von Bombard entschieden. Es hat sehr geringe Packmaße und ist zudem recht leicht. Als Sitz verwende ich einen Fender, den ich zwischen die Schläuche klemmen kann. Mit meinem alten Schlauchboot bin ich gleich bei der ersten Probefahrt gekentert. Dieses hier liegt stabil im Wasser und hat überzeugende Riemen.

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Landgang mit Dingi

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Fenris

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und nochmal

Die kleine Bucht Porth Cressa erweist sich als ideal. Letztes Jahr soll es hier noch ein kostenpflichtiges Bojenfeld gegeben haben. Doch dieses Jahr ist es verschwunden. Vom Strand aus ist es nicht weit zu einem Coop Supermarkt und anderen kleineren Geschäften. Auch der Fährhafen ist nicht weit, denn dort kann man die Sanitäranlagen nutzen.

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Ortsteil nahe der Bucht Porth Cressa

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Am Hafen von St. Mary’s

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mit Fähranleger und Moorings

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In der Nähe des Fährhafens

Stimmen sind in der Nähe des Boots zu hören. Ein Mann und zwei Jungen schwimmen mit Taucherbrille, Schnorchel und Flossen am Boot vorbei. Der kleinere Junge sitzt auf dem Rücken des Manns, hat keinen Schnorchel aber eine Taucherbrille. Sie schauen sich beim Schwimmen den Grund der Bucht an. Der Vater gibt Tipps und die Jungs probieren sie gleich umzusetzen. Der ältere Junge ruft begeistert, dass er den Anker von Fenris entdeckt hat.

Samstag

Ich hole den Anker auf und fahre Fenris so dicht wie möglich an den Strand. Knapp zwei Meter Wassertiefe bleiben hier bei Niedrigwasser stehen. Nun ist nicht mehr so weit zu paddeln, um an Land zu kommen. Gerade rechtzeitig bin ich am neuen Ankerplatz, als die ersten Yachten aus Frankreich ankommen. Einige versuchen auch in der Umgebung von Fenris zu ankern, doch der moderate Tiefgang von 1,4 Meter ist mein Vorteil. Die anderen ziehen in der Regel wieder ab.

Es kommen am Nachmittag viele weitere Yachten in die Bucht. Die meisten haben eine französische Flagge am Heck. Und der Trimaran Dragonfly aus Falmouth kommt an, sie ankern direkt vor Fenris. Der Mann macht sofort sein rotes Bombard Dingi klar und rudert zu mir rüber. Sagt, dass er mit seinem Boot direkt über Fenris‘ Anker liegt. Falls ich weg wollte, sollte ich ihm Bescheid geben. Da erkennt er mich wieder. Wir unterhalten uns eine ganze Weile. Ich erfahre, dass er früher auch mal Pilot war und hier in St. Mary’s geflogen ist. Heute ist recht starker Flugbetrieb, die kleinen Propellermaschinen sind ständig am Landen und Starten. Und ich erfahre einiges über die Schwierigkeiten beim Fliegen bei Winden und schlechter Sicht.

Ich nutze die kostenlose Liegezeit, um dem Dieselmotor eine Wartung zu gönnen. Lasse den Motor warmlaufen und lade die Batterien dabei wieder etwas auf. Pumpe das alte Öl ab, tausche den Ölfilter aus und fülle neues Öl ein. Routinetätigkeit, die schnell erledigt ist. An Bord wird sauber gemacht.

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Die Bucht füllt sich

Sonntag

Am Morgen mache ich wieder einen Landgang, um einzukaufen. Im Hafen sehe ich eine Tafel mit der Ehrung einer außerordentlichen Leistung eines amerikanischen Athleten. In 38 Tagen und 6 Stunden ist er von Kanada nach St. Mary’s gesegelt. Ich höre später im Radio ein Interview mit ihm. Er ist angenehm zurückhaltend und erzählt, dass er eigentlich mit 60 Tagen Fahrzeit und schlechterem Wetter gerechnet hat. Doch er hatte Glück mit dem Wind und dem beständigem Wetter in diesem außergewöhnlich trockenen Sommer.

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Ruderer aus Kanada rübergekommen

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bekommt Aufmerksamkkeit

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und sein Boot

Auf dem Rückweg vom Hafen gehe ich in ein Pub. Der Wirt ist etwas gelangweilt, hat er doch mit mir nur noch einen weiteren Gast. Doch bald kommen drei Typen rein, die sich Cider in Flaschen bestellen. Der Wirt ist gleich voll dabei und will wissen was sie gestern so gemacht haben. Sie erzählen vom Samstag, wo einer ihrer Bekannten so betrunken war, das der von der Hafenmole gesprungen ist. Einer der Männer hat ein gewisses Talent die Geschichte lebensnah und spannend auszuschmücken.

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Im Pub

Um die Mittagszeit hole ich den Anker hoch und fahre um die Insel St. Mary’s herum und schaue mir den Hafen von der Seeseite aus an. Zwischen den Inseln im tiefen Wasser liegt die Dreimastbark Seacloud II, die einer Reederei aus Hamburg gehört. Das Luxuskreuzfahrtschiff (in Dienst seit 2001) ist im Mittelmeer und in der Karibik unterwegs und wird von Hand gesegelt, wie es auch Segelschulschiffen üblich ist.

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Hafen von St. Mary’s

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und nochmal

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Seacloud II

Fenris macht eine Runde um die große Bark herum und dreht dann nach Süden ab, geht um eine kleine Insel herum und ankert auf der Südseite der Insel Bryher.

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Blick zurück auf St. Mary’s

Ich mache das Schlauchboot klar und unternehme eine längere Fahrt zur Insel Tresco. Vor Bryher liegen einige Boote im flachen Wasser und vor dem Strand. Standup-Paddler versuchen eine Wettfahrt mit dem einsamen Schlauchbootpaddler. Die Fahrt zieht sich, eine kleine Insel groß genug für eine Handvoll Möwen ist bereits achteraus. Und hier liegen einige Yachten, zwischen Bryher und Tresco vor Anker. Der kleine Hafen von Tresco hat eine kleine Mole, an der flachgehende Boote kurz anlegen können, doch die Liegeplätze sind an Moorings.

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Typische Fischerboote der Gegend

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Hafen von Tresco

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Blick auf Bryher

Endlich bin ich am Strand und trage mein Dingi auf der Schulter den Strand hoch, damit es nicht vom Hochwasser weggespült wird. Oben ist eine Straße mit Häusern, irgendwo sind Stimmen zu hören. Ich nehme den erstbesten Weg und komme an einem Mann vorbei, der im Gras auf einem Hügel sitzt mit Pint of bear und eine Zigarette. Doch der Weg ist eine Sackgasse. Der Mann sagt, wenn ich das Pub suche, dann müste ich den nächsten Weg reingehen. Ich gehe zum Mann hinauf, eine Katze liegt neben ihm, die sich unermüdlich das Fell ableckt. Sie sei zwanzig Jahre alt, sagt er mir. Sie habe schon bei vielen Leuten auf der Insel gelebt, nun wäre er dran. Früher war er nicht oft zu Hause, da er zur See gefahren ist, doch nun ist er dauerhaft auf der Insel. Eines Tages sei die Katze vor der Tür gewesen und hätte drei Tage miauend um Einlass gebeten. Tresco hat 160 Einwohner, einen habe ich nun kennengelernt. Im Pub herrscht ziemlicher Trubel. Ich werde am Tresen für einen Fransosen gehalten, da die Gäste zumeist aus Frankreich kommen. Auf den Tischen stehen Weißweinflaschen in Kühlkübeln, mehrere Gänge werden serviert. Das die alle Segler sind, kann ich mir nicht vorstellen.

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Haus am Hafen

Es dämmert bereits, als ich wieder in mein Schlauchboot steige und die Rückfahrt antrete. Ich nehme diesmal den direkten Weg zu meinem schwimmenden Zuhause. Nach einer Stunde komme ich bei Dunkelheit an. Kurze Zeit später donnert ein Fischerboot vorbei, der Fischer ruft mir etwas zu, was ich nicht verstehe. Doch ich hole den Anker hoch und fahre Fenris rüber vor das Ufer der unbewohnten Insel, wo auch schon wieder der Trimaran des segelden Piloten vor Anker iegt.

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Approaching Fenris

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und Blick auf die kleine unbewohnte Insel

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Falmouth

Dienstag, 31. Juli – von Plymouth nach Falmouth, 45 sm

Frühes Wecken ist heute notwendig, da wir eine längere Fahrt unternehmen wollen.

7.30 Uhr. Wie legen ab und verlassen die Sutton Marina. Alex trifft auch schon die Vorbereitungen zum Ablegen. Er will heute auch nach Falmouth. Die Schleuse hat nahe Hochwasser beide Tore geöffnet, doch die Signale stehen auf rot. Der Schleusenwärter möchte angefunkt werden, um die Einfahrt freizugeben. Im Vorhafen setzten wir das Großsegel und fahren durch die riesige Bucht auf den Wellenbrecher davor zu. Diesmal nehmen wir den Westeingang und steuern dann bald wieder auf Nordkurs. Die Sonne scheint, der Wind ist gut und weht aus Südwest mit 4 Beaufort.

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Abschied vom Sutton Harbour

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und dem Stadtteil Barbican

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Auch wir setzen das Großsegel

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Noch ein Blick auf The Hoe

8.30 Uhr. Wir können auch das Vorsegel setzen und machen 4-5 Knoten Fahrt. Die Bucht haben wir inzwischen verlassen und wollen nun für einen Holeschlag vor deutlich vor die Küste gehen. Zwei große Stahlboote, die wie große Fischerboote aussehen, folgen unserem Kurs. Das erste fährt bald sehr dicht an uns vorbei und bringt ordentlich Wellenschlag mit. Am Boot steht Universität Plymouth. Ich denke noch, ein Fischer würde sich rücksichtsvoller verhalten. Das zweite Boot kommt nun auch näher auf gleichem Kurs wie das erste. Doch bald merke ich, wie die schäumende Welle vor dem immer größer werdenden makelos lackierten Bug des zweiten Schiffes schon bedrohlich rauscht. Der will uns doch tatsächlich über den Haufen fahren, denke ich. Ich kuppel schnell die Selbststeuerung aus und reiße die Pinne herum, in den Wind hinein, die Segel stehen sofort back, aber wir können ausweichen. Dem Kerl im Steuerhaus will noch ich in die Augen sehen, doch der steht mit dem Rücken zur Fahrtrichtung, tief gebeugt über einem Kartentisch. Zwei junge Kerle stehen auf dem Achterdreck, wohl einen Teebecher in den Händen, auch den Blick nach achtern gerichtet. Meine Meinung über die seemännischen Fähigkeiten der Leute von der Universität Plymouth steht nun eindeutig fest.

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Blick zurück, Festungsinsel Drake’s Island und Plymouth

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Ein Trimaran schnibbelt bald an uns vorbei

9 Uhr. Wir gehen auf den Steuerbordbug, um die Ernte unseres aufregenden Holeschlags einzufahren. Doch wir haben die Rechnung ohne den noch leichten Gegenstrom gemacht, denn der bringt uns doch wieder auf die Küste zu. Also Vorsegel etwas einrollen und mit Maschine große Fahrt voraus. Inzwischen sehen wir O-32311, das rote Boot von Alex, das keinen richtigen Namen hat. Alex macht es wie die anderen Segler und fährt dicht unter der Küste, Motorsailing. Er macht alles richtig, denke ich.

11 Uhr. Viele Fischkutter und kleinere Fischboote sind unterwegs und etliche Fischerbojen müssen umfahren werden. Wir machen 6 Knoten Fahrt.

12 Uhr. Endlich hat der Wind auf Südsüdwest gedreht und wir können das Vorsegel wieder ganz ausrollen und den Diesel abstellen. Fenris läuft gute 5 Knoten, herrlich. Die rote Yacht von Alex haben wir weit voraus und eine Weile scheint es mir, als würden wir aufholen, doch dann vergößert sich der Abstand wieder sehr langsam. Er segelt wohl wieder mit Motorunterstützung.

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Endlich segeln

13 Uhr. Wind nimmt zu, 6 Knoten Fahrt. Wir kommen an die rote Reinke Taranga von Alex nicht heran.

14 Uhr. Wind bei Stärke 5-6. Fenris läuft 6-7 Knoten. Wir sind 2 Meilen südlich der Landspitze Dodman Point.

15 Uhr. Voraus ist ein Kap, ein Stück Felsenküste, die ins Meer hineinragt mit einem Flachgebiet davor. Hinter dem Felsen geht es in die Mündung des River Fal. Hier müssen wir kreuzen, während Alex zuvor mit klaren Kurs durchgefahren ist. Der große Felsen steht uns mehrmals im Weg, da die Strömung unsere Bemühungen zum aufkreuzen stört. Ein Trimaran zeigt uns, wie weit man den Holeschlag machen muß, um in die Mündung zu kommen. Dann lassen wir den Felsen an Steuerbord und eine riesige Bucht öffnet sich. Reichlich was los hier. Viele Ausflugsboote queren die Bucht zwischen den anliegenden Ortschaften. Segelboote fahren kreuz und quer nur zum Spaß durch den Gegend und große Motoryachten kommen oder gehen. Von Falmouth können wir zunächst noch nichts sehen. Erst als wir um einen weiteren Felsen herumsegeln sehen wir große Militärschiffe hinter einem Wellenbrecher. Wir segeln noch in voller Fahrt auf das gegenüber liegende Ufer zu und holen dann die Segel ein. Hinter den Docks wird eine kleine Stadt sichtbar, im Fluß davor unzählige Boote.

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Felsige Halbinsel im Weg

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Endlich vorbei

16.30 Uhr. Wir haben uns die Falmouth Haven Marina ausgesucht, da sie in der Nähe der Ortsmitte liegt. Zunächst sehen wir hinter den Docks nur Mooringfelder. Doch nach dem Plotter müssen wir hinter den gelben Tonnen und dem Mooringfeld die Stege der Marina finden. Dann entdecke ich eine U-förmigen Steg, an dem man im Päckchen außen und innen anlegt. Wir fahren langsam außen herum und dann zwischen Kaimauer und dem Steg auf die öffnende Seite des U zu. Ein deutscher Segler (der erste seit langem, den wir sehen) liegt hier an der Ecke warnt uns vor flachem Wasser. Ich steuere Fenris in den Innenbereich, um mich umzuschauen. Der Trimaran von vorhin liegt hier auch schon im Päckchen. Dann eine Lücke, die mir anfangs zu klein vorkommt, in der Ecke eine Yacht, die rückwärts angelegt hat. Auf der anderen Seite des Innenbereichs sind Fingerstege, die von Einheimischen benutzt werden. Einige Boote sehen mir nach Aufliegern aus, die als Wohnraum genutzt werden. So langsam muß ich das Boot wenden. Ein paar mal Schub vor und zurück, Ruder hin und her. Brigitte fragt noch, was ich vorhabe. Ich weiß es selber noch nicht so genau und kann keine Antwort geben. Die Leute auf den Booten in der Nähe sind unschlüssig, ob sie beim Anlegen helfen sollen. Doch bald liegt Fenris irgendwie in der schmalen Lücke aufgestoppt längsseits am Steg. Brigitte gibt den freundlichen Stegnachbarn die Leinen in die Hand. Anlegefuchs nennt sie mich.

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Guten Liegeplatz ergattert

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Blick auf Falmouth

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Karte

Der Hafenmeister sitzt in einer kleinen Hütte am Eingang zur Gangway, noch vor der Absperrung. Er ist überaus freundlich, will nur 28 Pfund und schlägt vor ich, solle am Steg nachschauen, ob auf den Stromsäulen noch Guthaben ist, bevor ich eine Karte zum Aufladen bei ihm kaufe. Die Stimmung des freundlichen Hafenmeisters bewirkt so einiges, die Leute der Gastyachten (Visitors) sind auch oft freundlich und grüßen.

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Falmouth Haven

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Docks und Ankerplatz

Am Abend verabrede ich mich mit Alex im Pub ‚the Front‘. Man kann sich im Nachbarladen Fish&Chips holen und mit in den Pub nehmen, so genau nehmen die es da nicht. Die Gäste sehen mir alle so aus, als wenn sie was mit dem Segeln zu tun haben. Vielleicht leben manche draußen auf ihren Booten an der Mooringtonne und kommen regelmäßig hierher, um sich hier mit anderen zu treffen. Ziemlich freakig sind die meisten. Shorts, Sandalen, zum Teil lange Haare und Bärte.

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Pubs in der Nähe

Alex erzählt mir seinen Plänen. Sein Boot hat er vor vier Jahren in Lissabon gekauft, von einem Piloten, der nicht mehr segeln mochte. Das Boot voller Checklisten, die für Alex aber am Anfang ganz nützlich waren. Nach vier Jahren Vorbereitung hat er sich für ein Jahr eine berufliche Auszeit genommen und ist seit Anfang Juni unterwegs. Die Überquerung der Biskaya war eine Flautenfahrt. Nachdem der Diesel knapp wurde, hat er die französische Atlantikküste angesteuert und ist dann von Hafen zu Hafen gesegelt. Hat einiges erlebt dabei, Fischer haben ihn mit dem Auto zur Tankstelle gefahren und wollten kein Geld nehmen. Oder er wurde von Einheimischen zum Essen eingeladen. Nun möchte er nach Irland, später wieder zurück nach Lissabon, um dann über die Kanaren in die Karibik rüberzugehen. Auf meine Frage, wieso er heute so schnell war, antwortet er mir: ja, er habe heute den ganzen Tag die Maschine mitlaufen lassen, allein unter Segel lief sein Boot nur 3 Knoten. Hm, komisch, wir konnten fast 5 Stunden flott segeln.

Mittwoch

Das Ehepaar mit dem Trimaran von gestern möchte für ein paar Stunden an Fenris festmachen, da das Boot an dem sie liegen bald ausläuft. Ich ziehe sie an der Vorleine rüber und wir kommen ins Gespräch. Sie haben ein dänisches Boot und er war nebenberuflich Agent für die Werft in England, wie die Frau stolz berichtet. 51 Boote hat er verkauft und importiert.

Wir machen eine Wanderung zur großen Falmouth Marina flußaufwärts und wollen uns dort mal umschauen. Der Weg führt durch die Einkaufsstraße, die voller Leute ist. Autos bahnen sich ihren Weg geduldig an den Fußgänger vorbei. Es geht eine leichte Steigung hinauf, oben ist weißes Portal mit Türmchen und Uhr, das über die Straße verläuft. Nun ändert sich die Bebauung deutlich. Links kommen nette alte Häuser mit Flußblick, rechts raue Felsen, mit vereinzelten Häusern am Hang und Moorings im Fluß.

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Ortsmitte

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Flußaufwärts

In einer Bucht sehen wir dann die Falmouth Marina mit einem Gewirr aus Stegen und einem langgezogenen Gebäude davor. Wir gehen durstig in das Pub im Obergeschoß und setzen uns mit einem Pint of Tribute (lokales Bier aus Cornwall) auf die Veranda. Ich schreibe Alex eine SMS und er kommt bald dazu. Nun will er doch Irland streichen und morgen über die Biskaya segeln, der günstigen Windprognose wegen. Wir gehen mit Alex zu seinem Boot, da er von mir ein paar Tipps zum Umgang mit der Windsteueranlage haben möchte. Der Weg dorthin führt in einem ZickZack-Kurs über allerlei Stege, da fühlt man sich wie in einem Labyrinth und kann sich glatt verlaufen. Das Boot von Alex ist aus zweiter Hand, der Vorbesitzer hatte es nur ein paar Jahre. Erstbesitzer war das Autorenpaar Gerti und Harm Claußen, die die unter anderem Törnführer für Schweden verfaßt haben.

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Falmouth Marina

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und nochmal

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Alex mit SY O-32311

Am Steg treffen wir Susanne wieder, die am Nachmittag mit ihrer Zora eingelaufen ist. Sie hat schon die Bekanntschaft mit einer Belgierin gemacht, die auch allein segelt und zu den Azoren weiter möchte.

Drüben am Dock ist plötzlich ziemlich Aktivität. Schlepper ziehen einen großen Militärtanker an einen Anleger. Wachschiffe mit blinkendem Blaulicht sperren die Umgebung ab.

Brigitte bereitet ihre Heimfahrt vor. Morgen früh nimmt sie den Zug nach London.

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Falmouth Habour

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Ehemaliges Kino aus 1912

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Abendstimmung

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Plymouth

Freitag, 27. Juli – von Dartmouth nach Plymouth, 35 sm

Die Wetterprognose für die nächsten Tage ist schlecht, es kommt ein Tiefausläufer aus Südwest, der Starkwind oder Sturm mitbringt. Deshalb wollen wir heute nach Plymouth fahren, um dort einige Tage abzuwettern.

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Wetterprognose

Am frühen Morgen stehen wir um 5 vor 7 Uhr im Cafe Alf Resco. Wir sind nicht die ersten Gäste und werden sofort bedient. Hinter mir spricht mich ein Mann an, der von Müll und Seemöwen spricht und mir ist sofort klar, was er will. Ich hatte auf dem Weg zum Cafe unseren Müll neben einen vollen Mülleimer gestellt. Da die Müllabfuhr in der Nähe tätig ist, sah ich die Seemöwen nicht als Problem an. Doch ich will nicht lange diskutieren und laufe den kurzen Weg mit dem Mann zurück und stelle den Müll zurück Bord. Kaum sitzen wir am Tisch und trinken Cappuccino, da stürmen schon zahlreiche Handwerker und Segler herein. Kurz nach 7 Uhr ist der Laden schon recht voll. Das englische Frühstück ist recht teuer, wo anders habe ich schon besser gegessen. Das außerordentliche Lob im Channel Pilot (serves up the best breakfast in the west) kommt mir übertrieben vor, wie manche Warnungen vor Races, Overfalls und Felsen.

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Bei Alf Resco

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und von außen

Eine halbe Stunde später klopfe ich an das Boot der Engländer. Sie sind schon aufgestanden und kommen gleich raus. Der Plan ist, dass sie ihre Boote zusammengeschnürt lassen und nur die Achterleinen um Fenris herum legen und wir dann rausfahren können. Nur einer der beiden Skipper erscheint mir für dieses Manöver die nötige Erfahrung zu haben. Der andere geht mit den Leinen auf den Steg. Alle Leinen sind los und Fenris wird frei gedrückt und ich kann mit Maschine rausfahren. Ich weiß nicht, was es genau war, ob die Flußströmung oder der auflandige Wind, jedenfalls hören wir bald ein Geschepper der Bugkörbe als das verbliebene Päckchen in die anderen Boote berührt. Mit einem schlechtem Gewissen stehlen wir uns davon.

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Klappern gehört zum Handwerk

8 Uhr. Wir nehmen im Hafen das erste Reff in das Großsegel. Bei der Ausfahrt kommen wir wieder an der Festungs vorbei, der Platz mit, wo die Shakepearenacht stattfand, ist nun leer. Voraus ist in den hohen Felsen noch dichter Neben, der sich aber über der See zum Glück zunehmend auflöst. Doch bald ist die anfangs frische Briese vorbei, das Reff muß wieder raus. Unter vollen Segeln machen wir noch etwas Fahrt. Ein paar Yachten sind auch schon unterwegs, die meisten fahren direkten Kurs auf das Kap zu. Wir müssen einen Holeschlag von der Küste weg machen, eine andere Segelyacht mit vier Leuten an Bord geht noch weiter raus. Als wir den Ertrag unserer Mühe einfahren wollen und auf den anderen Bug gehen, laufen wir wieder auf die Küste zu. Es ist wie verhext, also wieder Motorsailing, ohne schwarzen Kegel, wie es die meisten Engländer hier machen.

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Festung

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Nebel

9.30 Uhr. Ich sehe die dunkelgrauen Schauerwolken voraus und erwarte baldigen Regen. Da muß ich Brigitte schonend drauf vorbereiten und gebe die Empfehlung aus, Regenzeug anzuziehen. Und tatsächlich regnet es für eine Weile kurz. Nach einer halben Stunde ist der Himmel zwar noch grau, aber es bleibt trocken.

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Etwas Regen

10.15 Uhr. Endlich sind wir am Kap ‚Start Point‘ und dem vorgelagerten aus dem Wasser ragenden Felsen vorbei. Doch die Hoffunung auf besseren Wind wird enttäuscht. Er reicht kaum für 3 Knoten unter Segel, also weiterhin Motorsailing.

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Am Kap ‚Start Point‘ vorbei

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Im Hintergrund ist noch mal Start Point zu sehen

12 Uhr. Die Bewölkung hat sich achteraus etwas aufgelöst. Die Sonne heizt uns schnell ein, wir müssen dringend aus dem Ölzeug raus.

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Begegnung

13 Uhr. Etwas Wind kommt auf, die Richtung stimmt und wir können auch das Vorsegel ausrollen. Eine Weile ist die Geschwindigkeit akzeptabel, doch dann schwächt der Wind wieder ab, also wieder Motorsailing. Eine schwarze Yacht mit weißem Streifen folgt uns unter Segel (und sicher auch Maschine), holt aber nicht auf. Keine Sonne mehr, eine dichte graue Wolkendecke verdeckt sie.

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Kurs West

13.30 Uhr. Ansteuerung Plymouth

Nachdem wir einen Felsen umrundet haben öffnet sich die riesige Bucht. Ein Großteil der Wasserfläche ist als militärische Übungsgebiet gekennzeichnet, aber nur bei Übungen wird abgesperrt. Wir nehmen die Osteinfahrt vorbei an einem sehr langen Wellenbrecher, der die dahinterliegenden Ankerbereiche schützt. Rechts sind gelben Tonnen gesetzt, die ein Übungsbereich für Taucher markieren.

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Die Bucht ist bald erreicht

14 Uhr. Wir tasten uns durch den großen Vorhafen. Voraus eine Hafenmole, Brigitte übernimmt die Pinne, während ich alles klarmache für die Schleuse. Und bald kommt sie auch in Sicht, die Lichter stehen auf grün. Als wir nah genug herangekommen sind, sehen wir das die Yachten aufrücken und noch einen Platz am Ende des Schwimmstegs freimachen. Das ist gut, denn dicht hinter uns kommt ein Fischerboot, dass auch noch einfahren will. Die Leute am Steg helfen schön mit beim Anlegen, während dann die schwarze Yacht, die uns den ganzen Nachmittag auf den Fersen war, auch noch herangerauscht kommt. Der Holländer an der Pinne steuert unbeirrt mit hoher Fahrt in die Mitte der beiden Bootsreihen. Die Stahlyacht ist lang und schmal, wenn auch wenig Platz zum Manövrieren bleibt. Frau und Kinderschar sitzen unbeteiligt im Cockpit.

Ich nutze die Wartezeit und funke die Sutton Marina an. Ein Steg wird durchgegeben, die Nummer kann ich verstehen, aber nicht den Buchstaben. Ich glaube B und wiederhole. Nein, der Hafenmeister wiederholt, ich glaube D aber Brigitte meint A verstanden zu haben. Ich wiederhole, aber der Hafenmeister wird ungeduldig und seine Stimme schwillt an. Nun kann ich gar nichts verstehen und gebe es auch so durch. Er sagt noch, das wir am Hafen jemanden finden werden, der uns den Liegeplatz zeigt. Der Schleusenwärter hat das mitbekommen, da er auch auf dem Funkkanal hört. Er ruft D, die Fischer nebenan rufen D und wir kommen uns bescheuert vor.

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In der Schleuse

14.30 Uhr. Nach Verlassen der Schleuse tuckern wir mit den anderen Yachten durch den Sutton Harbour. Gleich rechts haben die Fischer ihre Stege. Unerwartet viele Boote liegen hier, neben dem Fischmarkt. Links sind Stege der Dauerlieger und voraus die Sutton Marina. Am Steg D steht tatsächlich ein Hafenmeister, der die Leinen entgegennimmt und uns überaus freundlich empfängt. Die Marina ist gut und teuer. Wir zahlen 36 Pfund die Nacht, können uns aber jederzeit einen hervorragende Kaffen in der Rezeption machen und auf der Veranda in den Sofas lümmeln mit Blick auf den Hafen. Das Wlan ist nur in der beim Marinagebäude brauchbar, an Bord ist der Empfang zu schlecht. Daher sind die Plätze auf den Sofas begehrt.

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Sutton Marina

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Seekarte

Hier sind wir nun, im legendären Plymouth. Geschichten gehen mir zu der großen Hafenstadt durch den Kopf. Die Mayflower startete von hier und sie legte den Grundstein für die massenhafte Flucht aller (religiös) Verfolgten und Verarmten aus dem alten Europa. Und natürlich hat hier ein paar Monate der zweifelnde französische Segler Moitessier im Hafen vor Anker gelegen, um sein Schiff für eine Einhand-Wettfahrt um die Erde auszurüsten und sich mit seinen Konkurrenten anzufreunden.

Samstag

Wie angekündigt gibt es Schauerwetter, mal Sonne, mal Regen. Ich schreibe Reiseberichte und Brigitte schaut sich in der City um. In dem Sanitärgebäude am Steg A gibt es auch Waschmaschinen und Trockner. Dort treffen wir zum ersten Mal auf Alex aus Österreich. Er ist allein aus Lissabon herübergesegelt und schon bald zwei Wochen im Hafen. Mit seiner Frau hat er mit dem Auto die Südküste Englands bereist. Inzwischen ist erwieder allein und überlegt wie es weitergehen soll.

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Sutton Harbour

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nochmal

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Stadtteil Barbican mit Pubs

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Wiederaufgebaute Innenstadt mit Resten aus Vorkriegszeit

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Innenstadt

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Funktionale Architektur aus Beton

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Brunnnen in Innenstadt

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Einkaufscenter

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Stadtkarte

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Kanone an der Bucht

Am Abend dreht der Wind auf, im Hafen pfeift es in den Riggs, Leinen klappern. Die vielen Yachten, die gestern rein gekommen sind, bleiben im Hafen. Neue Yachten kommen nur noch selten dazu.

Sonntag

Seit den frühen Morgenstunden ist starker Wind im Hafen. Das Boot neigt sich regelmäßig etwas auf die Seite, man fühlt sich, wie auf einem unruhigen Ankerplatz.

Wir machen eine Wanderung quer durch die Stadt zum Bahnhof von Plymouth, der sehr weit vom Zentrum entfernt ist. Meine Vorstellungen von einem Bahnhof werden komplett enttäuscht. Da ist ein Hochhaus und ein Bahnsteig an den Gleisen, man könnte meinen, man befindet sich in der Zeit zurückversetzt und an irgendend einem Ort im im ehemaligen Ostblock. Wenn es einen historischen Bahnhof gegeben haben sollte, ist dieser im Sand der Zeit versunken.

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Auf dem Weg zum Bahnhof

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Studentenwohnheim

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Bahnhof

Also doch lieber wieder nach Barbican laufen. Auf dem Weg kommen wir an dem Restaurant SizzAll vorbei. Hier essen wir gut für 13 Pfund (pro Person, werktags 10 Pfund) vom Büffet. Die Auswahl ist reichlich, einschließlich leckeren Süßspeisen zum Nachtisch. Klare Empfehlung von uns.

Nun können wir endlich auf das Gelände im Park, wo gestern noch Techno Musik gespielt und Massen von Leuten hingelaufen sind. Nur mit Eintrittskarten konnte man auf das Gelände, abgesperrt von düster blickenden Sicherheitsleuten. Heute ist schon nicht mehr viel zu sehen, nur die inzwischen lückenhaften Absperrgitter und Reste der Bühne stehen noch. Große Denkmäler weisen auf die Erfolge der Navy hin und den gefallenen Seeleuten.

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The Hoe

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mit Leuchtturm

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Blick in die Bucht

Auf dem Rückweg kommen wir in der Altstadt vorbei. Kleine Gassen mit touristisch ausgerichteten Pubs und Geschäften und hübsch hergerichteten Häuser zeigen uns eine ganz andere Seite von Plymouth auf.

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Altstadt in Barbican

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mit Blick auf alte Brennerei

Montag

Der Himmel ist grau und es sind Schauerböen angekündigt. Da bleiben wir noch im Hafen. Ein Museumsbesuch steht an. Das Mayflower Museum zeigt uns die Geschichte der ersten Auswanderer, die aus religiösen Gründen England verlassen und über eine Ansiedlung in Holland dann doch den Seeweg in die neue Welt wählen. Viele Pilger kamen während der Fahrt und dem ersten Winter nach der Ankunft um. Sie wurden von Indianer unterstützt, die ihnen zeigten, wie sie in der fremden Umgebung Jagen und Land bestellen konnten.

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Blick von Aussichtsplattform im Mayflower Museum

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Pub Boston Tea Party am Sutton Harbour

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Barbican Trail

Später in der Marina sitze ich auf einem der Sofas, um im Internet zu surfen. Da läuft Susanne vorbei, die mit ihrer Segelyacht Zora am Nachmittag angekommen ist. Wir kannten uns bisher nur über Facebook und tauschen ein paar Reiseerlebnisse aus. Susanne segelt allein und hat eine gewisse Bekanntheit in Seglerkreisen erreicht. Bei einer Norwegenreise fiel der Motor aus und war auch nicht mehr zu reparieren. Anstatt die Reise abzubrechen ist sie weiter gefahren, Hafenmanöver künftig unter Segel absolvierend, wie in alten Zeiten. Die Reise wurde vom Deutschen Seglerverband ausgezeichnet.

Für den nächsten Tag steht die Fahrt nach Falmouth an. Frühes Aufstehen und Ablegen ist unser Plan. Brigittes Segeltörn endet dann in Falmouth.

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